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Stationen der Geschichte des Amtsgerichts Vechta vom 1. November 1858 bis heute

von Direktorin des Amtsgerichts Mechthild Beckermann



01.11.1858:

Das Gesetz vom 29. August 1857 betreffend die Einrichtung der Aemter im Her-zogthum Oldenburg - OldbÄmterG - und das Gesetz vom 29. August 1857 betreffend die Gerichtsverfassung im Herzogthum Oldenburg - OldbGVG - treten in Kraft -19 Amtsgerichte im Herzogtum Oldenburg nehmen ihre Tätigkeit auf. Im Bezirk des heutigen Landkreises Vechta sind das die Amtsgerichte Vechta, Damme und Steinfeld.

In Vechta wird gleichzeitig ein Obergericht als Berufungs- und Beschwerdeinstanz eingerichtet. Obergerichte erhalten auch Oldenburg und Varel.


1868:

Das Obergericht in Vechta wird geschlossen und als Senat in das Appellationsgericht in Oldenburg eingegliedert.


1871:

Das Amtsgericht in Steinfeld wird aufgelöst.


01.10.1879:

Die Reichsjustizgesetze (Gerichtsverfassungsgesetz, Zivilprozessordnung und Straf-prozessordnung) treten in Kraft. Die Verselbständigung der Justiz ist auf allen Ebenen vollständig verwirklicht. Nach dem Oldenburgischen Einführungsgesetz zum GVG werden 14 Amtsgerichte gebildet (Karte).


1900:

Das Bürgerliche Gesetzbuch tritt in Kraft.

1901:

Neben dem Amtsgerichtsgebäude am Kapitelplatz wird eine Amtsrichterdienstwohnung errichtet.

1902:

Das Amtsgericht Damme wird aufgelöst.

1912:

Der Oldenburgische Landtag beschließt die Wiedereröffnung des Amtsgerichts Damme für das Folgejahr. Folgendes Siegeslied der Dammer ist überliefert:

"Alles reibt sich froh die Hände, noch ein Jahr, dann ist zu Ende, unsere richterlose Zeit. Dann erfüllen sich die Träume, freudig grüßen wir die Räume, die dem Dienst des Rechts geweiht."

1919:

Oldenburg ist nicht mehr konstitutionelle Monarchie, sondern Republik, Urteile werden nicht mehr "Im Namen des Großherzogs", sondern "Im Namen des Freistaates Oldenburg" verkündet.

1921:

Das Notariatsgesetz tritt in Kraft, für Beurkundungen sind nunmehr neben den Amtsgerichten auch Notare zuständig.

1926:

Mit Inkrafttreten des Arbeitsgerichtsgesetzes entsteht in Vechta ein selbständiges Arbeitsgericht, das für die Amtsgerichtsbezirke Vechta, Damme und Wildeshausen zuständig ist.

1933:

Bei vier Amtsgerichten im Oldenburger Land werden Entschuldungsämter gebildet, das Entschuldungsamt beim Amtsgericht Cloppenburg ist für Entschuldungen landwirtschaftlicher Betriebe in den Amtsgerichtsbezirken Cloppenburg, Damme, Friesoythe, Löningen und Vechta zuständig.

1933:

Das Reichserbhofgesetz tritt in Kraft. Damit werden so genannte Anerbengerichte geschaffen, die bei den Amtsgerichten gebildet werden. Die Anerbengerichten entscheiden in der Besetzung mit einem Richter als Vorsitzenden und zwei Bauern.

01.04.1935:

Die Ordentliche Justiz ist nicht mehr Ländersache, die oldenburgischen ordentlichen Gerichte aller Instanzen gehen auf das Reich über, das Reichsjustizministerium ist nun die Spitze der Justizverwaltung.

1936:

Dr. Heinrich Zerhusen wird zum Oberamtsrichter ernannt und übernimmt damit die Leitung des Amtsgerichts Vechta.

November 1937:

Clemens Matlage wird Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta.

1938:

Amtsgerichtsrat Ferdinand Arlinghaus übernimmt die Aufgaben des Behördenleiters beim Amtsgericht Vechta.

1939 - 1945:

Während des zweiten Weltkrieges herrscht großer Personalmangel in der Justiz, kleinere Amtsgerichte werden in so genannte G-Gerichte oder Z-Gerichte umgewandelt, 1943 wird das Amtsgericht Damme aufgelöst, anschließend finden in Damme nur noch Gerichtstage des Amtsgerichts Vechta statt.

12.05.1943:

Durch die Kriegsmaßnahmenverordnung vom 12.05.1943 kommt es fast zu einem Stillstand der Rechtspflege in Zivilprozessen, da nach § 1 dieser Verordnung die Gerichte die Bearbeitung bürgerlicher Rechtssachen zurückzustellen hatten, soweit deren Erledigung während des Krieges nicht dringlich war.

12.04.1945:

Nach dem Einmarsch alliierter Truppen in Vechta wird das Amtsgericht Vechta geschlossen.

01.09.1945:

Das Amtsgericht Vechta wird wieder eröffnet.

09.12.1946:

Das Amtsgericht Damme wird wieder eröffnet, nachdem der Richter Dr. Hackmann aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war.

Oktober 1946

Dr. Hermann Ferneding übernimmt die Behördenleitung beim Amtsgericht Vechta.

1951/52 /1954/55:

In zwei Bauabschnitten wird ein neues Gerichtsgebäude für das Amtsgericht Vechta errichtet.

1952:

Mit Carl Frerker wird erstmals ein Amtsgerichtsdirektor in Vechta ernannt, Friedrich Brinkmann wird Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta.

1956:

Das alte Amtsgerichtsgebäude am Kapitelplatz wird abgerissen und weicht dem Neubau des Kreishauses (heute Reha-Klinik des Marienhospitals).

01.01.1972:

Das Amtsgericht Damme wird aufgelöst, das Amtsgericht in Vechta ist nun für den gesamten Landkreis Vechta zuständig.

01.05.1972:

Karl-Heinz Gieseke wird Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta.

20.05.1972:

Amtsgerichtsdirektor Carl Frerker stirbt während eines Urlaubs an seinem 65. Geburtstag, wenige Tage vor seiner offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand.


20.06.1972:

Dr Bernhard Schrick wird Direktor des Amtsgerichts Vechta.


17.02.1975:

Der erste Spatenstich für den Anbau an das Gerichtsgebäude erfolgt.


01.11.1976:

Dr. Heinz Schierholt wird Direktor des Amtsgerichts Vechta.


1977:

Bei den Amtsgerichten, auch beim Amtsgericht Vechta, werden Familiengerichte gebildet.


21.10.1977:

Der Anbau, mit dem die Nutzfläche für das Gericht von 600 auf 1.400 qm erweitert wird, wird durch Justizminister Puvogel seiner Bestimmung übergeben.


01.07.1980:

Bei dem Amtsgericht Vechta wird eine auswärtige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Oldenburg eingerichtet.


20.05.1994:

Die neu geschaffene Stelle eines stellvertretenden Direktors des Amtsgerichts wird mit Richter am Amtsgericht Hermann Fries besetzt.


01.09.1998:

Eine Richterin des Amtsgerichts Vechta übernimmt die Vollzugsleitung in der neu eingerichteten Jugendarrestanstalt in Vechta.


08.11.1995:

Walter Hanekamp wird Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta.


02.06.1997:

Mechthild Beckermann, seit dem 03.08.1996 aufsichtführende Richterin des Amtsgerichts Vechta, wird zur Direktorin des Amtsgerichts Vechta ernannt.


01.01.1999:

Die Insolvenzordnung tritt in Kraft. Im Landgerichtsbezirk Oldenburg werden 6 Amts-gerichte Insolvenzgerichte, darunter die Amtsgerichte Vechta und Cloppenburg.


Januar 1999:

Die Nebenstelle des Amtsgerichts im sog "Hexenhäuschen" zwischen dem Amtsgericht und der JVA für Frauen wird aufgelöst. Das Amtsgericht nimmt eine Nebenstelle in der Landesliegenschaft Burgstraße 18 (Altes Finanzamt) in Betrieb, in der die Zivil- und die Vollstreckungsabteilung untergebracht werden.


20.03.1999:

Das Amtsgericht Vechta lädt erstmals zu einem Tag der offenen Tür ein.


12.08.1999:

Günther Gelhaus wird Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta.


10.05.2001:

Dr. Thomas Möller wird stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Vechta.


01.08.2005:

Das Amtsgericht Oldenburg wird zentrales Registergericht für den Landgerichtsbezirk Oldenburg. Das Handels-, Vereins, und Genossenschaftsregister für den Amtsgerichtsbezirk Vechta wird im November 2005 an das Amtsgericht Oldenburg übergeben.


01.09.2005:

Das zentrale Mahngericht für das Land Niedersachsen beim Amtsgericht Uelzen nimmt den Betrieb auf. Alle anderen Amtsgerichte in Niedersachsen verlieren die Zuständigkeit für die Mahnsachen.


05.03.2007:

Nicole Macke wird Geschäftsleiterin des Amtsgerichts Vechta.


01.03.2010:

Günther Gelhaus wird wieder Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta.


01.10.2012:

Martin Rolfes wird Geschäftsleiter des Amtsgerichts Vechta als Nachfolger des pensionierten Herrn Gelhaus.



April 2014:

Frau Richterin am Amtsgericht Dr. Annedore Rikus wird zur stellvertretenden Direktorin des Amtsgerichts Vechta ernannt.


Hauptgebäude mit Schild
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