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Informationen zum Thema Betreuung

Eine kurze Zusammenstellung zum Thema



Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichts unter den Telefonnummern 0 44 41 / 87 06 - 115, - 126 und - 127.

Es wird darauf hingewiesen, dass hier lediglich einfache Rechtsauskünfte gegeben werden können. Eine individuelle Rechtsberatung wird nur von Rechtsanwälten oder Notaren geleistet.

Wählen Sie das Thema oder bewegen Sie sich mit der Bildlaufleiste durch den folgenden Text:

I. Betreuung - was ist das?


II. Wann wird eine Betreuung eingerichtet?


III. Der Betreuer


IV. Das Betreuungsverfahren beim Amtsgericht


V. Ansprechpartner



I.Betreuung - was ist das?

Betreuung im Rechtssinne meint die Wahrnehmung von Aufgaben und Interessen für eine erwachsene Person, die selbst dazu nicht mehr in der Lage ist.

Es muss also zunächst eine Hilfsbedürftigkeit vorliegen, die auf einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung des Betroffenen beruht.

Dem oder der Betreuten (auch oft als "Betroffener" bezeichnet) wird also eine Person zur Seite gestellt, die ihn oder sie im täglichen Leben unterstützen soll (z.B. durch das Erledigen von Behördenangelegenheiten, die Regelung von finanziellen Dingen und das Sicherstellen der medizinischen Versorgung und Pflege).

Der Betreuer soll hierbei auch engen persönlichen Kontakt zum Betreuten halten.

Die rechtliche Betreuung ist jedoch keine Pflege; der Betreuer somit nicht Pfleger des Betroffenen sondern vielmehr dessen gesetzlicher Vertreter für bestimmte Aufgabenkreise.

Betreuung ist auch keine Entmündigung.

Auch wenn eine Person unter Betreuung steht, so kann sie dennoch selbst handeln (Ausnahme: es ist ein sogenannter Einwilligungsvorbehalt vom Gericht angeordnet), sofern sie in dem Moment geschäftsfähig ist, also weiß, was sie tut.


II.Wann wird eine Betreuung eingerichtet?

Die Betreuung soll vom Amtsgericht nur angeordnet werden, wenn sie wirklich erforderlich ist.

Der Betroffene darf also - zumindest in Teilen - nicht mehr in der Lage sein, seine Angelegenheiten selbst zu regeln. Sofern er nur teilweise nicht mehr dazu in der Lage ist, so wird nur für diesen Teil ein Betreuer bestellt (z.B. für den Aufgabenkreis "Vermögenssorge", wenn der Betroffene nur nicht mehr in der Lage ist, sein Vermögen ordnungsgemäß zu verwalten).

Eine Betreuung ist nicht erforderlich, wenn der Betroffene bereits jemandem für die Wahrnehmung seiner Aufgaben eine Vollmacht erteilt hat. Es gibt die Möglichkeit, durch sogenannte Vorsorgevollmachten der Anordnung einer Betreuung "vorzubeugen". Ein Muster für eine solche Vorsorgevollmacht können Sie in der Spalte links herunterladen.

Weitere Informationen zur Vorsorgevollmacht entnehmen Sie bitte der entsprechenden Broschüre des Bundesministeriums der Justiz. Diese können Sie hier herunterladen.

Weitere Voraussetzung für das Einrichten einer rechtlichen Betreuung ist zudem, dass die Unfähigkeit des Betroffenen, seine Aufgaben selbst wahrzunehmen, auf einer psychischen Erkrankung (auch altersbedingt) oder geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderung beruht.


III.Der Betreuer

Betreuer und Betreuerinnen werden vom Vormundschaftsgericht bestellt.

In Frage kommen zunächst dem Betroffenen nahestehenden Personen (in erster Linie Familienmitglieder) aber auch Mitglieder eines Betreuungsvereins, Mitarbeiter der Betreuungsbehörden, andere ehrenamtliche Betreuer oder auch sogenannte Berufsbetreuer. Auch ein Betreuungsverein oder die Betreuungsbehörde an sich können als Betreuer eingesetzt werden.

Bei der Auswahl des Betreuers soll auf die Wünsche des Betroffenen starke Rücksicht genommen werden. Es ist also möglich, einen Betreuer vorzuschlagen oder auch mitzuteilen, wenn eine bestimmte Person nicht Betreuer werden soll.

Der Betreuer hat die Aufgaben, den Betreuten in den angeordneten Aufgabenkreisen gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten. Er ist also insoweit gesetzlicher Vertreter des Betreuten.

Der Betreuer hat dabei die Wünsche des Betreuten - soweit wie möglich - zu berücksichtigen und die ihm übertragenen Aufgaben so zu erledigen, wie es dem Wohl des Betreuten entspricht. Deshalb ist er auch dem Vormundschaftsgericht gegenüber zu Berichten über die persönlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Betreuten verpflichtet.

Zudem ist der Betreuer ebenfalls zu persönlichem Kontakt mit dem Betroffenen verpflichtet.


IV.Das Betreuungsverfahren beim Amtsgericht

Zuständig für die Betreuungsverfahren sind die jeweiligen Betreuungssgerichte (früher: Vormundschaftsgerichte) bei den Amtsgerichten.

Ein Betreuungsverfahren wird entweder durch einen Antrag des Betroffenen selbst oder durch die Anregung eines Dritten (z.B. Verwandte, Vermieter, Mitarbeiter der Hausbank oder Mitarbeiter eines Pflegedienstes) eingeleitet. Dies kann schriftlich beim Amtsgericht oder in einem persönlichen Gespräch mit dem jeweiligen Sachbearbeiter beim Amtsgericht geschehen (in diesem Fall wäre es ratsam, vorher kurz telefonisch einen Termin zu vereinbaren).

Dann hat das Gericht zu prüfen, ob und für welche Dauer eine Betreuung überhaupt erforderlich ist, in welchem Umfang die Betreuung notwendig ist und wer als Betreuer in dem jeweiligen Fall in Frage kommt.

Zur Klärung dieser Fragen ist stets der Betroffene selbst anzuhören. Außerdem können Verwandte, Freunde, Pfleger usw. angehört werden.

Zudem wird in ein ärztliches Gutachten zu der Frage der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Betroffenen eingeholt.


V.Ansprechpartner

Weitere Informationen erhalten Sie ...

... bei der für den Landkreis Vechta zuständigen Betreuungsstelle:

Landkreis Vechta
- Betreuungsstelle -
Ravensberger Straße 20
49377 Vechta

Tel. 0 44 41 / 898 - 20 30

... bei den Betreuungsvereinen im Landkreis Vechta:

Sozialdienst katholischer Frauen Vechta e.V.
Oldenburger Straße 10
49377 Vechta

Sozialdienst katholischer Männer Vechta e.V.
Dominikanerweg 8
49377 Vechta

... bei jedem Amtsgericht - Betreuungsgericht -.



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Links zur Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Hier finden Sie Links auf die Seiten des Bundesjustizministeriums zur Betreuungsverfügung, zur Vorsorgevollmacht sowie zur Patientenverfügung.

Beachten Sie bitte auch die Hinweise in der Broschüre zum Betreuungsrecht!

Downloads zum Thema "rechtliche Betreuung"

Nachfolgend können Sie einen Vordruck zur Anregung einer Betreuung für eine bestimmte hilfsbedürftige Person herunterladen.

 Vordruck für die Anregung einer Betreuung
(PDF, 0,16 MB)

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